Vor- und Nachkriegszeit Teil I

Die Zeit des Nationalsozialismus brachte für die Männerschützengilde eine einschneidende Veränderung. Im Jahre 1937 wurde ein „Bürgerschützenverein“ ins Leben gerufen, in den sowohl die Männerschützengilde wie auch der Junggesellen-Schützenverein anlässlich der 1100-Jahr-Feier im Jahre 1938 eintraten.

Auf der ersten Versammlung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trafen sich, wie alt hergebracht, am Dreifaltigkeitssonntag im Jahre 1948, im Gelagshaus Engelbert Pelster, die Mitglieder der Männerschützengilde. Einstimmig wurde der Beschluss gefasst, sich wieder von den Junggesellen zu trennen, da diese bereits in diesem Jahr ein eigenes Schützenfest gefeiert hatten.

Die wichtigste Frage war jedoch, sollte in diesem Jahr erstmals nach Kriegsende wieder ein Schützenfest gefeiert werden? Hier war man sich schnell einig und stimmte einstimmig für das Fest, das dann auch am 21. und 22. Juni 1948 gefeiert wurde. Das Fest wurde „in schönster Weise und reger Beteiligung“ gefeiert, wobei kein „Misston und Unbotmäßigkeit den Ablauf des Festes störten“. Einiges war dennoch anders als vor dem Krieg und auch heute:

Die Siegermächte verfügten aus heutiger Sicht ungewöhnliche Regeln:

Es gab kein Bier und keinen Schnaps zu kaufen

Es war verboten, mit Gewehr und Kugel zu schießen

Doch die Schützen waren schnell mit probaten Lösungen zur Hand. Der Vogel wurde aus Torf hergestellt und wurde mit der Armbrust – wie Wilhelm Tell – erlegt. „Geistreiche Getränke“ gab es natürlich trotz des Verbotes. Besaßen doch viele Schützenbrüder selbstgebrannten Schnaps, der selbstverständlich ausgeschenkt werden durfte. Außerdem wurde durch die Abgabe von Korn auf dem „Kompensationswege“ Bier eingetauscht.

Vogelschießen mit der Armbrust (angelegt oder freihändig)