Nachkriegszeit IV

Unter der Vogelstange sammelte er unter den Schützen für einen Königsbund. Dies wurde in den Jahren darauf zur Tradition und man entschloss sich, dies zu einem festen Bestandteil der Gilde werden zu lassen. Jetzt wird am Sonntagmorgen beim Frühschoppen vom Hauptmann offiziell für den Königsbund kassiert. Und da jeder Schützenbruder gern die Königswürde erringen möchte, zahlen alle gern den Beitrag, der dem neuen König zur Bestreitung seiner Kosten zur Verfügung steht. Zum Vereinszuschuss wird aus dem Jahre 1952 etwas aus heutiger Sicht recht Kurioses berichtet:

Der König erhielt vom Verein einen Zuschuss in Höhe von 100 DM. Es war ihm aber verboten, von diesem Geld an der Vogelstange ein Fass zu spendieren. Nichtmitgliedern des Vereins sollte so die Möglichkeit genommen werden, sich auf Kosten des Königs zu betrinken. Der König sollte dieses Fass am 2. Tag beim Frühschoppen spendieren.

Die Mitgliedsbeiträge wurden in den Jahren des Neubeginns nur langsam erhöht. Bis zum Jahre 1961 waren sie sogar relativ stabil, dann entschloss man sich den Beitrag von 0,80 DM auf 1,00 DM monatlich zu erhöhen. Bis zum Jahre 1962 fand das Schützenfest nicht in regelmäßigen Abständen statt. Immer wieder musste es aus den unterschiedlichsten Gründen ausfallen. Oft waren es finanzielle Gründe. Aber auch andere, aus heutiger Sicht kaum noch nachvollziehbare Gründe ließen Jahre ohne Schützenfest verstreichen.

So im Jahre 1953, als die Mitglieder „keine große Meinung“ für ein Schützenfest hatten. 1955 musste die Feier wegen Terminschwierigkeiten bei der Zeltbeschaffung ausfallen. Im Jahr darauf war das Wetter schuld: die Bauern konnten wegen schlechter Witterung ihre Ernte nicht rechtzeitig einbringen. Der Verein beschloss, als Ersatz für das entgangene Fest eine Schützenfeier mit den Damen durchzuführen.

Der Frühschoppen der Gilde war von je her ein Anlaß, sich im feinsten Hofstaate zu präsentieren.